Archie Shepp, 10.3.1988, Quasimodo
© Roland Owsnitzki / Votos

Archie Shepp, 10.3.1988, Quasimodo
© Roland Owsnitzki / Votos

Archie Shepp, 10.3.1988, Quasimodo
© Roland Owsnitzki / Votos

Archie Shepp, 10.3.1988, Quasimodo
© Roland Owsnitzki / Votos

Du magst ihn!

Sehr. Ich finde, ganz abgesehen von seiner Musik, dass er umwerfend aussieht. Die Lippen, der Anzug, dieser Stolz!

Fotografiert sich introspektiver Jazz anders als expressiver Rock?

Auf jeden Fall. Beim Punk oder Rock geht es um das sofortige Einfangen des Exzesses, der Ekstase – auch bei mir innerlich. Auch deswegen fotografiere ich heute nicht mehr so viel, weil ich diese Ekstase einfach nicht mehr so oft in mir verspüre. Kein Herzklopfen mehr! Das Auslösen wird in Momenten der Ektase zum Zwang, die Geschwindigkeit bestimmt alles, die ganze Bühne wird genutzt, es geht von rechts nach links und zurück. Michael Jackson und Mick Jagger in Momenten der Ruhe einzufangen – das war eigentlich unmöglich. Bei Jazz harre ich aus und beobachte. Das Introvertierte ist hier viel wichtiger. Wo ist der Ton gerade? Im Jazz gibt es mehr Pausen, die Musiker lassen die Musik der anderen auf sich wirken, hören sich zu. Dialogfähigkeit ist gefragt. Und so habe ich Shepp hier eingefangen. Und mich auch absichtlich auf seine Schönheit konzentriert. Wildes Saxofonspiel – das gibt es natürlich auch, klar.

13.6.2026